Die Modernisierung alter Heizungsanlagen hat im Jahr 2025 rund 2 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart. Das zeigt eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungsunternehmens Frontier Economics im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH).
Trotz dieses Fortschritts bleibt der Wärmesektor bei der Emissionsminderung deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. „Die Modernisierung von veralteten Heizungen befindet sich auf einem zu niedrigen Niveau“, betont BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt. Zwar stiegen die CO₂-Einsparungen gegenüber dem Vorjahr von 1,5 auf 2 Millionen Tonnen jährlich, gleichzeitig befindet sich der Absatz moderner Heiztechnik auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren. „Ohne einen spürbaren Modernisierungsschub wird es zunehmend schwieriger, die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen“, so Staudt weiter.
Das diese Woche von der Bundesregierung veröffentlichte Klimaschutzprogramm 2026 verdeutlicht den Handlungsdruck: Auf Basis der Projektionsdaten 2025 wird deutlich, dass insbesondere die Sektoren Gebäude und Verkehr weit hinter ihren notwendigen Reduktionszielen liegen.
Wärmepumpen mit größtem Beitrag – Gesamtmarkt im Minus
Wärmepumpen leisteten im vergangenen Jahr den größten Beitrag zur CO₂-Reduktion im Wärmsektor. Diese gehen nach Vorgaben des Klimaschutzgesetzes mit einem Emissionsfaktor von Null in die Berechnung ein. Trotz der positiven Entwicklung bei Wärmepumpen setzte sich der Absatzrückgang im Gesamtmarkt weiter fort: Mit nur noch 627.000 verkauften Wärmeerzeugern fiel der Markt 2025 um weitere 12 Prozent gegenüber dem bereits schwachen Vorjahr.
Mit Blick auf den veralteten Heizungsanlagenbestand, ca. 10 Millionen Heizungen entsprechen nicht dem Stand der Technik und allein ca. 4 Millionen Heizungen sind älter als 30 Jahre, ermöglicht jede Heizungsmodernisierung eine Energieeinsparung und damit auch eine CO₂-Reduktion. Werden zusätzlich Umweltwärme oder erneuerbare bzw. klimaneutrale Energien eingebunden, ggf. auch im Rahmen einer Hybridisierung mit Solarthermie lassen sich signifikante zusätzliche Einsparungen erzielen.
GMG-Novelle: Bundesregierung muss Zeitplan unbedingt einhalten
Vor diesem Hintergrund appelliert der BDH an die Bundesregierung, den selbstgesteckten Zeitplan für die Novellierung des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) unbedingt einzuhalten. Das Gesetz soll zum 1. Juli 2026 in Kraft treten. Sollte bis dahin kein neues Gesetz beschlossen sein, würde die derzeitige Gesetzeslage greifen. Mit der Vorlage der kommunalen Wärmeplanung in Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern träte dann automatisch die 65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Vorgabe in Kraft.
Darüber hinaus sieht der BDH die langfristige Stabilität der Förderinstrumente als zentralen Hebel für mehr Wachstum. Die bis 2029 zugesagte Finanzierung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sei ein wichtiges Signal. In diesem Zusammenhang begrüßt der Spitzenverband der Heizungsindustrie, dass das Klimaschutzprogramm ein erneutes Bekenntnis zur Fortführung der BEG sowie der steuerlichen Förderung enthält.
Hintergrund zur Studie
Grundlage der Erhebung sind die jährlich vom BDH erfassten Absatzzahlen von Wärmeerzeugern und Komponenten. Mit einer Marktabdeckung von über 90 Prozent lassen sich daraus belastbare Hochrechnungen für den gesamten deutschen Heizungsmarkt ableiten. Basierend auf Annahmen zu Energiebedarf, Wirkungsgrad, ersetzten Alttechnologien und Emissionsfaktoren werden die jährlichen Treibhausgas-Einsparungen durch Heizungsmodernisierungen im Gebäudebestand näherungsweise berechnet. Die Untersuchung führt die Studienreihe von Prof. Bert Oschatz vom ITG Dresden fort und ergänzt aktuelle Daten.









